Mit dem im Jahr 2023 eingeführten neuen Rentenzukunftsgesetz – Wet toekomst pensioenen („Wtp”) – wird das niederländische Rentensystem grundlegend verändert. Deutsche Arbeitgeber, die für ihre Mitarbeiter in den Niederlanden eine Altersvorsorge eingerichtet haben, müssen sicherstellen, dass diese Regelungen den Vorgaben des Wtp entsprechen. Spätestens am 1. Januar 2028 müssen bestehende Altersvorsorgepläne angepasst sein. Auch wenn dieses Datum noch weit entfernt scheint, ist es ratsam, sich rechtzeitig damit zu befassen.
Arbeitgeber bleiben für die Altersvorsorge ihrer Arbeitnehmer verantwortlich
Viele Arbeitgeber gehen davon aus, dass die niederländischen Rententräger oder Rentenfonds die erforderlichen Anpassungen automatisch vornehmen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Arbeitgeber bleiben für den Inhalt der Altersvorsorgeregelung ihrer Arbeitnehmer sowie für die Einhaltung der steuer- und arbeitsrechtlichen Vorschriften verantwortlich. Darüber hinaus können Änderungen an der Altersvorsorgeregelung Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen haben, sodass eine Abstimmung mit den Arbeitnehmern oder dem Betriebsrat erforderlich werden kann.
Auswirkungen ohne Anpassung der Altersvorsorgeregelung
Die Folgen einer nicht fristgerechten Anpassung von niederländischen Altersvorsorgeregelungen können erheblich sein. Entspricht eine Regelung am 1. Januar 2028 nicht den Anforderungen des Rentenzukunftsgesetzes, besteht das Risiko, dass sie steuerlich nicht mehr als zulässige Betriebsrentenregelung anerkannt wird. In diesem Fall kann das niederländische Finanzamt alle erworbenen Rentenansprüche als steuerpflichtiges Arbeitsentgelt einstufen. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer möglicherweise unmittelbar Einkommensteuer auf ihre erworbenen Rentenansprüche schulden. Darüber hinaus können Revisionszinsen fällig werden. Auch die sogenannte Umkehrregelung kann entfallen, sodass künftige Rentenbeiträge nicht mehr steuerfrei angespart werden können. Diese Folgen können also sowohl für Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.
Auch bestehende Rentenansprüche können betroffen sein
Hinzu kommt, dass der Übergang zum neuen System nicht nur Auswirkungen auf den künftigen Rentenaufbau hat. Unter bestimmten Umständen können auch bereits erworbene Rentenansprüche betroffen sein. Gerade deshalb ist es wichtig, rechtzeitig Klarheit darüber zu gewinnen, ob die bestehende Regelung zukunftssicher ist und welche Maßnahmen erforderlich sind, um steuerliche und arbeitsrechtliche Risiken zu vermeiden.
Altersvorsorgeregelung rechtzeitig prüfen lassen
In unserer Praxis stellen wir fest, dass viele Arbeitgeber noch keinen ausreichenden Überblick über die Auswirkungen des niederländischen Rentenzukunftsgesetzes auf ihr Unternehmen haben. Wir empfehlen daher, die bestehende Altersvorsorge rechtzeitig vor dem 1. Januar 2028 prüfen zu lassen. Eine Bestandsaufnahme im Voraus bietet die Möglichkeit, notwendige Anpassungen sorgfältig vorzunehmen und unangenehme Überraschungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu verhindern. Gerne unterstützt Sie NeD Tax bei der Bewertung Ihrer betrieblichen Altersvorsorge und der (steuerlichen) Aspekte. Füllen Sie unser Kontaktformular aus, dann setzen wir uns so schnell wie möglich mit Ihnen in Verbindung.